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Potenzial erneuerbarer Energien

Die wesentlichsten nachhaltigen als erneuerbar bezeichneten Energiequellen sind Bioenergie (Holz, Biomasse, Energiepflanzen), Geothermie (tief oder oberflächennah), Solarenergie (Photovoltaik, Solarthermie), Wasserkraft und Windenergie. Da allein schon die täglich auf die Erde eingestrahlte Sonnenenergie um einige Größenordnungen über dem menschlichen Bedarf an Energie liegt, braucht man sich um das Gesamtpotenzial der erneuerbaren Energie keine ähnlichen Sorgen wie bei fossilen Brennstoffen oder atomaren Brennstoffen machen. Das Wort "Potenzial" ist im Unterschied zur Bedeutung in der Physik (siehe potenzielle Energie) hier als Verfügbarkeit zu verstehen. Auch die Bezeichnung "erneuerbare Energien" und das Wort "Energiequellen" sind aus wissenschaftlicher Sicht nicht sinnvoll, weil in der Physik der Energieerhaltungssatz gilt. Wissenschaftlich sinnvoller wäre die die Formulierung "Verfügbarkeit nachhaltiger Energie".

Beim Anteil erneuerbarer Energien (EE) sind Anteile an der Primärenergie und an der Elektroenergie zu unterscheiden.
Die aktuelle Situation in Deutschland ist in den folgenden drei Grafiken dargestellt, die den den Ende 2015 vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie veröffentlichten Daten in  Erneuerbare Energien in Zahlen entnommen worden sind. Die erste Grafik zeigt den EE-Anteil von 11,3 % an der gesamten Primärenergieerzeugung von 13,13 EJ in Deutschland im Jahre 2014:

 

Bei der Stromerzeugung haben im Jahre 2014 die erneuerbaren Energien in Deutschland einen Anteil von 27,4 % erreicht. Untenstehende Grafik zeigt die Entwicklung der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien von 1990 bis 2014. Ziel der Bundesregierung ist, dass der Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung auf mindestens 35 % im Jahre 2020 steigt und danach aller zehn Jahre um weitere 15 % bis 2050 auf 80 % erhöht wird.

 

Die folgende Grafik zeigt etwas genauer die Aufteilung des Beitrags erneuerbarer Energiequellen zum deutschen Elektroenergieverbrauch 2014:

Der Anteil erneuerbarer Energien (RES = renewable energy shares) an Stromerzeugung, Wärmeerzeugung und Verkehr ist in den Staaten der EU sehr unterschiedlich. Die rechts stehende Grafik aus den Energieseiten der EU des Jahres 2015 zeigt die prozentualen Anteile erneuerbarer Energien in den EU-Staaten im Jahre 2013.

 

Am Ende präsentieren wir zwei gegensätzliche Darstellungen über die Zukunft der Energieversorgung. Der Exxon Outlook 2040 von Anfang 2016 stellt sich die Anforderung an die Primärenergieerzeugung im Jahre 2040 noch mit einer Dominanz fossiler Energieträger dar, wie auf der links stehenden Abbildung gezeigt wird.

Im Energiekonzept 2050 ist 2010 vom ForschungsVerbund Erneuerbare Energien (FVEE) "Eine Vision für ein nachhaltiges Energiekonzept auf Basis von Energie-Effizienz und 100 % erneuerbaren Energien" für Deutschland dargestellt worden, siehe Abbildung unten. In der Vision sinkt der Anteil der fossilen Brennstoffe einschließlich Kernenergie aber mit der Ausnahme von Erdöl schon bis 2030 und geht dann bis zum Jahr 2050 auf null. Nach 2050 wird die gesamte Primärenergie und damit natürlich auch die Elektroenergie aus erneuerbaren Ressourcen gewonnen.

Die Vision übertrifft deutlich das Ziel der Bundesregierung, einen EE-Anteil von 60 % am Bruttoenergieverbrauch  im Jahre 2050 zu erreichen.

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letzte Änderung: 12.01.2016