Physik der Windturbine
Vor über tausend Jahren waren Windmühlen im Persischen Raum und in China in Betrieb, siehe Buch der Synergie.Im 12. Jahrhundert wurde dann in Europa die auf einem Bock in Windrichtung drehbare Bockwindmühle eingeführt.
Im 16. Jahrhundert kam die Kappenwindmühle, auch Holländerwindmühle genannt, hinzu. Für windärmere Gegenden
in Amerika wurde um 1854 das als Westernmill bezeichnete Windrad mit sehr vielen Flügeln zum Antrieb von Pumpen entwickelt. Danach sind dann aber Windmühlen zunehmend durch Dampfmaschinen und Verbrennungsmaschinen
ersetzt worden. Von etwa 200 000 in der Mitte des 19. Jahrhunderts in Europa vorhandenen Mühlen war nach hundert Jahren nur jede Zehnte erhalten. Die bis heute verbliebenen Exemplare mahlen oder pumpen kaum noch. Aber die Zahl der Windkraftanlagen (WKA) wächst seit Ende des vergangenen Jahrhunderts beständig und hat in vielen Ländern eine wichtige Rolle bei der Stromerzeugung übernommen.
Wir zeigen zuerst, dass für alle Windräder die Windleistung proportional zur
dritten Potenz der Windgeschwindigkeit ist. Windenergie ist die kinetische
Energie der bewegten Luft. Die kinetische Energie einer Masse m mit der
Geschwindigkeit
v ist immer
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Die Luftmasse m kann man aus der Luftdichte ρ und dem Luftvolumen V gemäß
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bestimmen. Damit erhalten wir
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Leistung ist Energie geteilt durch Zeit. Wir betrachten wir einen kleinen Zeitabschnitt Δt, in dem die Luftteilchen die Wegstecke s =
v Δt
durchströmen . Multiplizieren wir die Wegstrecke mit der Rotorfläche A des Windrads, ergibt sich ein Volumen von
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das während dieses kleinen Zeitabschnitts das Windrad antreibt. Als Windleistung ergibt sich
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Die Windleistung wächst demnach mit der dritten Potenz der Windgeschwindigkeit. Mit anderen Worten: Eine Verdopplung der Windgeschwindigkeit ergibt die achtfache Windleistung. Die Auswahl eines "windigen" Standorts ist also sehr wichtig
für eine Windkraftanlage (WKA).
Die effektiv nutzbare Windleistung ist geringer, als durch obige Gleichung angegeben. Die Windgeschwindigkeit hinter
dem Windrad kann nicht null werden, da dann keine Luft nachströmen könnte. Also kann nur ein Teil der kinetischen
Energie entnommen werden. Wir betrachten folgendes Bild:
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Die Windgeschwindigkeit vor dem Windrad ist größer als die danach. Weil die Strömung kontinuierlich sein muss, ist die Fläche A2 nach dem Windrad größer als die Fläche A1 davor. Die effektive Leistung
ist die Differenz der Windleistungen:
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Ist die Differenz der beiden Geschwindigkeiten null, haben wir keine Nutzleistung. Ist die Differenz zu groß, wird die Luftströmung durch den Rotor zu stark behindert. Der Leistungsbeiwert cp charakterisiert die relative Leistungsentnahme:
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Bei der Herleitung obiger Gleichung aus den darüber stehenden Gleichungen ist
davon ausgegangen wurden, dass
A1v1
= A2v2
= A (v1+v2)
/ 2 ist. Das Verhältnis
v2/v1
haben wir auf der rechten Seite obiger Gleichung mit x bezeichnet.
Eine
Extremwertbetrachtung dieser Gleichung (Nullsetzen der ersten Ableitung nach
x ) ergibt für x = 1/3 ein Maximum.
Maximale Leistungsentnahme erfolgt also bei
v2 = v1
/ 3, und der ideale Leistungsbeiwert bei diesem Verhältnis ist
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Ein zu nahe hinter einem Windrad befindliches weiteres Windrad würde nur durch
die langsamere Luft angetrieben. Deshalb ist bei Windparks in der
Hauptwindrichtung ein Mindestabstand des achtfachen Rotordurchmessers bzw.
senkrecht dazu ein mindest vierfacher Abstand einzuhalten. Übliche Durchmesser
von Windrädern sind 50 m bei
einer installierten Leistung von 1 MW und 126 m bei
einer 5-MW-WKA. Letztere wird vor allem auf dem offenen Meer
(off shore)
eingesetzt.
Die installierte Leistung oder auch Nennleistung einer Windkraftanlage
entspricht der abgegebenen elektrischen
Leistung bei der Nenngeschwindigkeit zwischen 12 und 16 m/s, also bei optimalen
Windbedingungen. Bei höheren Windgeschwindigkeiten, für die die Anlage noch
ausgelegt ist, wird aus Sicherheitsgründen keine größere Leistung erzeugt. Bei
Sturm werden die Anlagen abgeschaltet. Im Binnenland kann im Jahresmittel eine
Auslastung von 23 % erreicht werden. Dieser Wert erhöht sich auf 28 % an der
Küste und auf 43 % für Off-Shore-Anlagen.

