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Historische Entwicklung des Begriffs "Energie"

Das Wort "Energie" ist im 19. Jahrhundert aus der französischen und englischen in
die deutsche Sprache übergegangen. Es hat einen griechischen Ursprung "Enérgeia", zu deutsch "Wirksamkeit". Enérgeia war für Aristoteles (384-322 v. Chr.), Skulptur links, die Wirkkraft, durch die Mögliches in Seiendes übergeht.

Noch in der Mitte des 19. Jahrhunderts war "Energie" im Conversationslexikon
(Leipzig, 9. Auflage 1844) nicht zu finden.

Obwohl sich der Begriff "Energie" erst im späten 19. Jahrhundert durchsetzte,
begann die Begriffsbildung bereits Ende des 17. Jahrhunderts.

Gottfried Wilhelm von Leibniz (1646-1716), Bild rechts, hat im Jahre 1686
Vorstellungen entwickelt, die unseren heutigen Begriffen von kinetischer
und potenzieller mechanischer Energie weitgehend entsprechen.

Den Terminus "Energie" verwendete er aber nicht.

Das Wort "Energie" ist erstmals 1800 von Thomas Young (1773-1829, Bild links)
in die Physik eingeführt worden, konnte sich damals aber noch nicht durchsetzen. Thomas Young hat später durch Interferenzversuche mittels Beugung am Spalt die noch heute gültigen Auffassungen über die Wellennatur des Lichtes begründet.

Der Begriff "Arbeit" wurde 1828/29 von Gustave Gaspard de Coriolis und
Jean Victor Poncelet definiert.

In den Jahren 1842-1847 erfolgte durch Julius Robert von Mayer, James Prescott Joule und Hermann Ludwig Ferdinand von Helmholtz die Entdeckung und Formulierung der Sachverhalte, die wir heute als Energiesatz bezeichnen:

Energie kann nicht erzeugt, sondern nur von der einen Form in die andere umgewandelt werden.

Anstelle des Wortes Energie verwendeten sie aber noch "lebendige Kraft".

Julius Robert von Mayer James Prescott Joule Hermann von Helmholtz
(1814 – 1878) (1818 – 1889) (1821 – 1894)

In den Jahren1851-1852 haben William Thomson (Lord Kelvin) und William J. M. Rankine schließlich den Begriff "Energie" als für alle Bereiche der Physik gültige Verallgemeinerung des bis dahin verwendeten Begriffs "lebendige Kraft" eingeführt. 1905 begründete Albert Einstein mit der speziellen Relativitätstheorie die allgemeine Äquivalenz von Energie und Masse, siehe nächste Seite. Damit wurde der Begriff "Energie" in der Form verallgemeinert, die bis heute in Wissenschaft und Technik gültig ist.

William Thomson (Lord Kelvin) William J. M. Rankine Albert Einstein
(1824 – 1907) (1820 – 1872) (1879 – 1955)
 

Am Ende des 19. Jahrhunderts steht im Brockhaus-Konversations-Lexikon (Leipzig, 14. Aufl. 1898) bereits eine halbe Seite über Energie. Der erste Absatz wird links gezeigt. Die Ausführungen beginnen mit der Tatkraft, gefolgt von mechanischer Energie, und enden bereits mit chemischer Energie und elektrischer Energie.


Begriffe wie "Energieerzeugung" oder "Erneuerbare Energie" widersprechen dem Energiesatz, nach dem ausdrücklich Energie nicht erzeugt werden kann. Auch ein "energischer Mensch" wird durch den Energiesatz nicht beschrieben.

Man kann deshalb neben der wissenschaftlichen Definition für die Energie eine allgemeinere Beschreibung in Anlehnung an Aristoteles verwenden:

Energie ist ein Zustand, der die Bereitschaft zur Verrichtung einer Arbeit beschreibt.


Die Bedeutung des Wortes Energie,   Einsteins Äquivalenz von Energie und Masse,
Maßeinheiten der Energie,   Energiebedarf,   mechanische Energie,   Wärmeenergie,   elektrische Energie,
Energie  elektrischer  und  magnetischer  Felder,    chemische Energie,     Akkumulatoren,   Kernenergie
Wärmekraftmaschinen, Wärmepumpen,   Brennstoffzellen,   Physik der WindturbineSolarzellenSolarthermik,
UmweltrisikenPotenzial fossiler und atomarer Brennstoffe,   Methanhydrat,   Potenzial erneuerbarer Energien.

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letzte Änderung: 10.09.2011 drucken