Wärmepumpen
Wärmepumpen in Kühl- und Gefriergeräten sind in jedem Haushalt zu finden. Wärmetechniker verwenden die Wärmepumpen aber zunehmend zur Gebäudeheizung und
für Energieeinsparung bei verschiedenen industriellen Verfahren. Untenstehende
Abbildungen demonstrieren die beiden Anwendungsgebiete. Links wird gezeigt, wie
innerhalb eines Kühlschranks dem Inneren Wärme entzogen und nach Außen abgegeben wird. Bei der Heizungs-Wärmepumpe rechts wird die Wärme von einem äußeren Medium
ins Innere des Gebäudes gepumpt.

Die Energieeinsparung bei Heizung mit Wärmepumpen lässt sich mit Hilfe des Carnot-Prozesses erklären. Auf der Seite
Wärmeenergie
sind bei Betrachtung einer Wärmepumpe die Wärmepfeile in der Carnot-Prozess-Abbildung umzudrehen. Th
− Tc ist wiederum proportional zur mechanischen Energie, die nun allerdings die durch die Pumpe aufgewendete
Energie darstellt. Tc bezeichnet die Temperatur des Kühlungsreservoirs und Th die Temperatur des heißen Reservoirs. Der Wirkungsgrad ergibt sich deshalb theoretisch als Kehrwert des Wirkungsgrads des Carnot-Prozesses
η = Th / (Th − Tc).
Dementsprechend ist für die Wärmepumpe η wesentlich größer als eins.
Zum Beispiel ist Tc die Temperatur des Erdbodens in einigen Metern Tiefe, die in Deutschland der Jahresmitteltemperatur von 8,5 °C
entspricht. Als Th verwenden wir die Vorlauftemperatur einer Fußbodenheizung von 40 °C. Dann erhalten wir aus den Kelvin-Temperaturen einen
theoretischen Wirkungsgrad von η = 313,15 / 31,5 ≈ 10. Praktisch wird für die gegebenen
Temperaturen nur ein Wirkungsgrad zwischen 3 und 5 erreicht, da alle Reibungsverluste außerhalb des Wohnraums Wärmeverluste darstellen.
In Kühlaggregaten zirkuliert im Kreislauf nur das Kältemittel, auch Arbeitsmittel genannt. Chlorfluorkohlenwasserstoffe sind Ozonkiller und werden
deshalb kaum noch verwendet. Propan, Freon und Ammoniak sind weitere geeignete Kältemittel.
In Wärmepumpenheizungen können über Wärmeaustauscher Luft- und Wasserkreisläufe zusätzlich angeschlossen sein.
Sowohl bei Kühl- als auch bei Heizaggregaten gibt
es Kompressionswärmepumpen und Sorptionswärmepumpen.
Letztere sind leiser und werden bei kleinen Kühlaggregaten elektrisch, bei Wärmeaggregaten vorwiegend mit Erdgas geheizt. Überwiegend werden
jedoch Kompressionswärmepumpen verwendet. Das Kühlmittel wird unter Druck und Wärmeabgabe bei hoher Temperatur (1) verflüssigt, siehe obige Abbildungen.
Anschließend wird es an einer Düse entspannt (2). Dadurch wird das Kühlmittel gasförmig und nimmt bei niedriger Temperatur
(3) Wärme auf. Der Kreis beginnt und endet am Kompressor (4).
Die Kompressoren werden elektrisch betrieben, während in den meisten Warmwasserheizungen fossile Brennstoffe eingesetzt werden. Die
gewöhnliche Heizung mit Erdgas oder Öl ist zwar billiger als eine Heizung mit Strom.
Der erhöhte Wirkungsgrad der Wärmepumpenheizung macht sie jedoch trotz der höheren
Stromkosten im Betrieb billiger.
Die Anschaffungskosten der Wärmepumpenheizung sind aber wesentlich höher als bei einer gewöhnlichen Heizung.
Viele Details findet man auf den Internetseiten
Wärmepumpe.org.
